Weniger Technik, mehr Zeit: Was mir im stressigen Arbeitsalltag hilft
2014 habe ich über „weniger Technik“ geschrieben. Mehr als zehn Jahre später haben wir deutlich mehr Technik zur Verfügung aber gefühlt nicht automatisch mehr Zeit.
Denn in meinen Trainings erlebe ich immer wieder, dass es gar nicht unbedingt die Menge an Arbeit ist, die Menschen besonders viel Energie kostet. Es sind die vielen kleinen Unterbrechungen und das ständige Wechseln zwischen unterschiedlichen Aufgaben.
Eine E-Mail beantworten, kurz telefonieren, eine Nachricht lesen, zurück zur eigentlichen Aufgabe und fünf Minuten später steht schon der nächste Termin an.
Vieles davon können wir im Arbeitsalltag nicht verhindern. Aber wir können versuchen, uns zwischendurch wieder etwas mehr Ruhe und Fokus zu organisieren.
Drei ziemlich einfache Dinge helfen mir dabei. Nicht immer, aber immer öfter.
E-Mails nicht ständig nebenbei lesen
Das E-Mail-Programm ist geöffnet und bei jeder neuen Nachricht erscheint eine kleine Meldung. Nur kurz nachsehen, worum es geht.
Und schon bin ich gedanklich bei einem völlig anderen Thema.
Deshalb versuche ich, E-Mails möglichst gebündelt zu bearbeiten, anstatt jede Nachricht sofort zu lesen. Ich bündle meine Zeit, an denen ich E-Mails beantworte. Denn wenn ich an etwas konzentriert arbeiten möchte, schließe ich das E-Mail-Programm bewusst. Dadurch bin ich wesentlich effizienter und nicht jede Nachricht braucht innerhalb von fünf Minuten eine Antwort.
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Unterbrechungen bewusst reduzieren
Ähnlich halte ich es mit dem Telefon.
Wenn ich konzentriert an einem Konzept, einem Angebot oder einer Trainingsvorbereitung arbeite, schalte ich mein Handy auf stumm. Danach schaue ich nach, wer angerufen hat und rufe zurück.
Das klingt banal. Für mich macht es aber einen großen Unterschied.
Denn nach jeder Unterbrechung muss ich gedanklich wieder dort hineinfinden, wo ich vorher aufgehört habe. Und genau diese vielen kleinen Neustarts kosten Energie.
Natürlich funktioniert das nicht in jedem Beruf und nicht zu jeder Zeit. Wer beispielsweise im Kundenkontakt arbeitet, kann nicht einfach für drei Stunden verschwinden.
Aber vielleicht gibt es trotzdem Zeiten, in denen nicht alles sofort beantwortet werden muss. Genau solche Fokuszeiten sollte man sich einrichten, um optimal arbeiten zu können.
Drei Dinge, die heute wirklich wichtig sind
Diese Methode ist wahrscheinlich die einfachste und gleichzeitig eine, die ich schon sehr lange nutze.
Ich überlege mir drei Aufgaben, die an diesem Tag wirklich wichtig sind.
Nicht fünfzehn Dinge, die ich theoretisch noch erledigen könnte. Sondern drei, bei denen ich am Abend zufrieden bin, wenn ich sie geschafft habe.
Das hilft mir vor allem dann, wenn sehr viel gleichzeitig ansteht. Denn unter Druck entsteht schnell das Gefühl, dass alles dringend ist.
Ist es meistens aber nicht.
Die drei wichtigsten Aufgaben festzulegen zwingt mich dazu, Prioritäten zu setzen. Und wenn eine davon erledigt ist, darf es ruhig auch einmal ein Kaffetscherl geben.
Selbstführung bedeutet auch, den eigenen Fokus zu schützen
Heute würde ich diese drei Methoden nicht mehr nur unter Zeitmanagement einordnen.
Für mich haben sie viel mit Selbstführung zu tun.
Wir können nicht verhindern, dass das Telefon klingelt, neue E-Mails eintreffen oder plötzlich etwas dazwischenkommt. Aber wir können beeinflussen, wie wir mit einem Teil dieser Unterbrechungen umgehen.
Manchmal braucht es dafür keine neue App und kein ausgeklügeltes Produktivitätssystem. Handy auf stumm, E-Mail-Programm schließen, drei wichtige Aufgaben auf einen Zettel schreiben.
Ziemlich unspektakulär. Aber genau deshalb funktioniert es für mich wahrscheinlich ganz gut.
Und wenn es einmal nicht funktioniert, ist das auch nichts Neues. Schon in meinem alten Beitrag habe ich geschrieben: Jedes Werkzeug ist nur so gut wie sein Handwerker.
An diesem Teil hat sich offenbar wenig geändert.
Was hilft euch dabei, im Arbeitsalltag trotz Unterbrechungen den Fokus zu behalten?
Kommen wir ins Gespräch!
Ich freue mich auf Ihre/deine Kontaktaufnahme!
Kontakt
Karl Allmer
Hießgasse 14/7
1030 Wien
Tel: +43 664 7512 4404
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