Resilienz in turbulenten Zeiten: Wie wir mit Veränderung besser umgehen können
„ Puuh, was kommt da eigentlich noch alles auf uns zu?“
Diese oder ähnliche Fragen begegnen mir momentan ziemlich oft. Und meistens dauert es nicht lange, bis wir bei KI landen.
Verständlich. Es vergeht gefühlt kein Tag, an dem neue Tools und Möglichkeiten präsentiert werden. Manche probieren begeistert aus, andere fragen sich, was das für ihren Arbeitsplatz bedeutet. Welche Fähigkeiten werde ich in Zukunft brauchen? Kann ich mit dieser Entwicklung überhaupt mithalten?
Und KI ist ja nur eine Veränderung von vielen. Dazu kommen wirtschaftlicher Druck, Umstrukturierungen, neue Prozesse oder Veränderungen im eigenen Team.
Oft ist es deshalb gar nicht die eine große Veränderung, die uns belastet. Es ist die Geschwindigkeit, mit der wir uns immer wieder auf etwas Neues einstellen sollen.
Veränderung gehört dazu. Leicht ist sie deshalb noch lange nicht.
Schon vor einigen Jahren habe ich hier über die Angst vor Veränderung geschrieben. Damals habe ich die Natur als Beispiel genommen: Sommer und Winter, Tag und Nacht, Wachstum und Rückzug. Veränderung gehört zum Leben.
Diesen Gedanken sehe ich heute noch genauso. Trotzdem würde ich manches mittlerweile anders formulieren.
Denn „Sei offen für Veränderung“ hilft relativ wenig, wenn jemand gerade nicht weiß, ob sein Arbeitsplatz in zwei Jahren noch derselbe sein wird.
Für mich stellt sich deshalb eine andere Frage:
Wie bleiben wir handlungsfähig, wenn wir noch nicht genau wissen, was auf uns zukommt?
Genau hier kann Resilienz helfen.
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Was kann ich beeinflussen?
Wenn wir unsicher sind, beschäftigen wir uns schnell mit Fragen, auf die wir momentan keine Antwort haben.
Wie wird KI meinen Beruf verändern? Welche Entscheidungen trifft mein Unternehmen? Oder wie entwickelt sich die Wirtschaft?
Man kann erstaunlich viel Energie damit verbringen.
Deshalb arbeite ich in meinen Trainings gerne mit der Frage: Was davon kann ich tatsächlich beeinflussen?
Vielleicht kann ich eine neue Fähigkeit lernen, mich mit einem neuen Tool beschäftigen, bessere Informationen einholen oder ein Gespräch suchen.
Das löst nicht jede Unsicherheit. Aber aus dem großen „Was kommt da alles auf mich zu?“ wird zumindest wieder ein nächster Schritt.
Und was kann ich nicht verändern?
Das ist meistens schwieriger.
Meine Familie und ich haben das vor einigen Jahren selbst erlebt. Wir waren nach Südspanien ausgewandert, hatten uns gut vorbereitet und trotzdem kam vieles anders als erwartet. Nach zwei Jahren entschieden wir uns deshalb, wieder nach Österreich zurückzukehren.
Es waren turbulente Zeiten und lange fühlte sich das für mich wie Scheitern an. Erst mit etwas Abstand konnte ich anders darauf schauen. Wir hatten etwas ausprobiert, viel erlebt und irgendwann festgestellt, dass ein anderer Weg für uns besser ist.
Auch das gehört für mich heute zur Resilienz: zu erkennen, was ich beeinflussen kann und was ich irgendwann auch annehmen muss.
Regeneration als Basis der Veränderung
Veränderungen kosten Kraft. Mental, aber durchaus auch körperlich. Deshalb sollten wir dabei einen Punkt nicht vergessen: die eigene Regeneration.
Denn wenn sich viel verändert, versuchen wir häufig, noch mehr unterzubringen. Eine Zeit lang funktioniert das erstaunlich gut. Nur irgendwann eben nicht mehr.
Die eigenen Kräfte nicht erst dann ernst zu nehmen, wenn keine mehr da sind, gehört für mich genauso zur Resilienz.
Resilienz ist nicht nur Aufgabe des Einzelnen
Gerade im beruflichen Umfeld reicht mir dieser persönliche Blick aber nicht.
Wenn Prioritäten ständig wechseln, niemand weiß, warum etwas passiert, und gleichzeitig alle möglichst normal weiterarbeiten sollen, helfen auch die besten persönlichen Resilienzstrategien nur bedingt.
Hier kommt Führung ins Spiel.
Führungskräfte müssen in turbulenten Zeiten nicht jede Antwort kennen. Manchmal ist ein ehrliches „Das weiß ich im Moment selbst noch nicht“ hilfreicher als eine Sicherheit vorzuspielen, die es gar nicht gibt.
Wichtig ist, im Gespräch zu bleiben, Orientierung zu geben und ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen Fragen stellen und auch Fehler machen dürfen. Gerade wenn wir Neues ausprobieren, wird schließlich nicht alles sofort funktionieren.
Deshalb gehören für mich Resilienz, Selbstführung und gute Führung in Zeiten großer Veränderung eng zusammen.
Mit Unsicherheit umgehen lernen
Wie künstliche Intelligenz unsere Arbeit in fünf Jahren verändern wird, weiß heute wahrscheinlich niemand so genau.
Vielleicht müssen wir das auch gar nicht.
Viel wichtiger finde ich, dass wir lernen, mit dieser Unsicherheit umzugehen, unseren Handlungsspielraum zu nutzen und dabei die eigenen Kräfte nicht aus den Augen zu verlieren.
Denn Veränderungen werden wahrscheinlich nicht weniger. Wie wir mit ihnen umgehen, können wir zumindest ein Stück weit beeinflussen.
Das Thema beschäftigt mich momentan auch in meinen Trainings sehr. In zwei Wochen darf ich mich in einem Seminar einen ganzen Tag lang damit beschäftigen, wie wir mit Veränderung umgehen und unsere Anpassungsfähigkeit stärken können.
Wenn schnelle Veränderungen und Unsicherheit auch Ihre Führungskräfte oder Mitarbeitenden beschäftigen, freue ich mich auf einen Austausch.
Kommen wir ins Gespräch!
Ich freue mich auf Ihre/deine Kontaktaufnahme!
Kontakt
Karl Allmer
Hießgasse 14/7
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Tel: +43 664 7512 4404
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