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Das Manifest eines Müßiggängers

 

Das süße Nichtstun, sinnieren oder gemütlich dem Genuss frönen -das alles ist Müßiggang. Doch im Alltag und in der Tretmühle des Wirtschaftslebens gibt es einige Hindernisse für einen idealen Tag mit Müßiggang. Deshalb habe ich mir, als Student der Lebenskunst ein Manifest erstellt – den idealen Tagesplan mit Müßiggang sozusagen – um für den stressigen Alltag gerüstet zu sein.

Müßiggang am Vormittag

Ohne Wecker aufstehen. Der Wecker, das Teufelsinstrument, erfunden in der Zeit der industriellen Revolution. Wozu? Natürlich um uns das Leben zur Hölle zu machen. Denn was gibt es Schöneres als seinen Tag nach seiner inneren Uhr zu richten, sich Zeit zu nehmen, um in der kuschlig warmen Decke noch etwas zu verweilen. Deshalb verkaufe ich den Wecker um ganze 0,40 Cent auf Ebay an einen Selbstabholer. Ich will doch nicht in die Versuchung eines Weckrückfalls geraten. Steht einem genüsslichen Ausschlafen nichts mehr im Wege. Wäre da nicht mein kleiner Sohn, der dagegen etwas zu haben scheint. Um 5:30 morgens tätschelt er mir liebevoll das Gesicht und holt mich mit dem salbungsvollen Wort „Aufstehen!“! aus den Federn. Dennoch fühlt es sich zigmal besser an – von meinem Sohn geweckt zu werden als von einem schrillen Klingelton.

Im Bett liegen bleiben und nichts tun. Schon John Lennon wusste um die Vorzüge des im Bett-Liegen- Bleibens. Ganz entspannt den Tag beginnen. Fast hätte er die Welt damit gerettet. Aber nicht nur Künstler, nein auch ich als angehender Lebenskünstler und Müßiggänger bin mir über die Vorzüge des im Bett-Liegen-Bleiben bewusst. Dabei kann ich Ideen generieren, und sinnieren, das ist produktiv und edel – also genau das richtige für mich. Allerdings gibt es auch hier wieder einen Einspruch (siehe Punkt 1).
Bummeln. Über das Bummeln habe ich bereits im Artikel Künstlertreff mit dem Lebenskünstler berichtet. Eine herrliche Sache. Sich Zeit zu nehmen um Blau zu machen und sei es nur für 2 Stunden. Das Gefühl der Freiheit genießen um dann bei einer scheinbar sinnlosen Tätigkeit wie Flipper spielen zu entspannen oder einfach nur rumzugammeln. Dafür möchte ich mir an einem bescheidenen Montag einfach die Zeit nehmen. Als Müßiggänger brauche ich mehr Zeit für Heiterkeit. Auch wenn die Wirtschaftsbonzen das nicht immer so sehen und die tägliche Bummeldosis sich nicht immer umsetzten lässt.

Müßiggang ab Mittag

Gemütliches Mittagessen. Der Genuss und die Ruhe müssen wieder zurück an den Mittagstisch. Ein Kantinenfraß oder sonstiges Fast Food zählt natürlich nicht. Wo ist es hin, das gemütliche Mittagessen? Wer hat es gestohlen? Als Angestellter – und Teil des Hamsterrades- muss ich mir die genüssliche Mittagspause zurückholen. Ich verlasse die Firma, nachdem ich zurück von meinem Bummelausflug, nur kurze Zeit im Büro verweilte. Gehe auf ein Mittagspäuschen und genieße das Essen in vollen Zügen – mit allem Pi-Pa-Po. Die größte Hürde sind dabei die Arbeitskollegen, die wollen vielleicht auch noch mit. Nix da, sonst wird wieder die ganze Zeit über die Arbeit diskutiert. Und der Chef? Der hat sowieso keine Zeit seinen Kopf aus den Excel-Tabellen herauszustecken.

Mittagsschläfchen. Das Mittagschläfchen ist für einen Müßiggänger der Olymp des Müßiggangs.Es teilt den Tag herrlich in zwei Hälften und sollte ich am Vortag ein Bierchen zuviel gekippt haben, dann macht das nichts, denn die Mittagspause ist immer zum greifen Nah. Nicht umsonst genießt man im südlichen Europa, die Siesta, oder das Dolce Vita, während sich im Norden die Menschen ins Burnout buckeln. Leider ist die Durchführung dieses Punktes für einen Angestellten die am schwierigsten zu bewältigende. Wo soll der Mittagsschlaf stattfinden? Das verhält sich ähnlich wie bei einer Kurzmeditation – entweder ich such das stille Örtchen auf, oder ich verstecke mich hinter dem Bildschirm mit der Kinn-in-der-Hand-Stellung. Leider lässt sich in beiden Fällen an einschlafen nicht denken- an einer passenden Lösung arbeite ich noch.

Tea Time (kann aber auch Kaffee sein). Der Nachmittag bricht herein, alle sind voll im Stress. Doch wer seinem Nachmittag etwas mehr Gelassenheit verleihen möchte, der mache es wie die Engländer: tea-time! Ok, für alle die dem Tee nix abgewinnen können, der halte sein Plauscherl halt mit Kaffee – auch das fühlt sich ganz gut an. Die Hauptsache ist, bewusst mit Genuss trinken, nur so kommt man in den Müßiggang.

Ins Narrnkastl schauen. Ich nehme mir die Zeit, und schau aus dem Fenster. Und sonst? Sonst nix. Einfach nur schauen. Erholung für die Augen und für den Geist. Der größte Gegner dabei ist die Vergesslichkeit. Ich vergesse hin und wieder aufs Nixtun. Vielleicht sollte ich mir einen Termin eintragen. Thema: Nix.

Flanieren. Das Flanieren ist eine perfekte Möglichkeit für Müßiggang. Ein Nachmittagsspaziergang – dabei bewegt man sich ohne Zeit und Ziel – flanierend lasse ich meinen Gedanken freien Lauf.

Müßiggang am Abend

Gläschen trinken:  Heimkommen und auf leeren Magen als erstes nach der Begrüßung ein kühles Bierchen zwitschern oder doch ein Gläschen Wein? Egal. Hauptsache ganz ohne Reue – dafür umso mehr Genuss. Ich fühle als passionierter Biertrinker, das kühle Blubbern in der Kehle und erfreue mich dem herrlichen Gefühl des Feierabends. Es war heute immerhin ein anstrengender Tag des Müßiggangs.

Nichtstun daheim. Dank Facebook haben alle immer das Gefühl irgendetwas zu versäumen. Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Gegenbewegung zu starten. Und zwar das Nichtstun daheim. Kein Computer, kein Fernseher und keine Party. Nur ich und meine Familie. Ganz unspektakulär und doch so aufregend.

Schlafen und sonst nix.

Müßiggang der Schluss

Ich stehe noch am Anfang der Lehre des Müßiggangs und habe noch viele Herausforderungen zu meistern um einen kompletten Tagesplan mit Müßiggang zu absolvieren. Dennoch gehe ich bewusst durch den Tag und versuche mindestens drei Aktivitäten pro Tag umzusetzen. Das hebt meine Laune und steigert meinen Genuss. Denn es kann ja nicht jeden Tag Sonntag sein. So macht die Kunst des Lebens Spaß.
Gefällt Dir das Manifest des Müßiggängers, dann teile Ihn doch mit Deinen Freunden!
Liebe Grüße

Karl

 

 

 

Karl

Foto: Unsplash.com

 

Über Karl

Hi, ich bin Karl. Autor, Resilienz-Trainer und großer Freund der Veränderung. Denn Leben heißt Veränderung und Veränderung macht glücklich. Doch bis es soweit ist, braucht es meist etwas Überwindung. Genau darum geht es hier. Seine Widerstände zu überwinden, um zu einem selbstbestimmten und gelassenen Leben zu gelangen. Wenn du dein Leben in die Hand nehmen möchtest, um selbst KapitänIn deines Lebens zu werden, dann bist du hier genau richtig. Hier findest du den nötigen Impuls, um deinen Prozess der Veränderung zu starten. Lass dich inspirieren und mach mit! Denn das Leben ist viel zu kostbar, um es gelangweilt vor dem Fernseher zu verbringen. Ich wünsche dir viel Spaß beim Mitmachen!

7 Kommentare

  1. Veröffentlich von Wladimir Wagila am 23. Januar 2018 um 8:23

    Der beste vierbeinige Freund eines Menschen ist sein Bett!

  2. Veröffentlich von Wladimir Wagila am 23. Januar 2018 um 7:47

    Faulenzen ist gut . Nichtstun ist besser. 🙂

  3. Veröffentlich von Müßiggang muss sein – wirklich, es muss! | Lebenskünstler am 8. Oktober 2016 um 20:27

    […] Richtung gegeben haben. Das Einzige, was es dazu brauchte, war die bewusste Entscheidung mir jeden Tag eine Portion Müßiggang zu […]

  4. […] Zeit möchtest Du Dir für welchen Bereich z.B. Freunde, Weiterbildung, Arbeit oder für den Müßiggang […]

  5. […] Auch ich hatte meine wichtigste Erkenntnis während der Erholungsphase von einer Krankheit erlangt. Und heute bin ich froh, dass es so kam. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mit dem Schmerz und der Krankheit Freundschaft zu schließen. Ich kämpfe nicht mehr gegen die Natur. Deshalb ertrage ich Schmerzen so gut es geht und freue mich auf den Weg der Besserung. Denn dieser ist gesät mit Vorfreude, Gemütlichkeit und Müßiggang. […]

  6. Veröffentlich von Linda am 6. April 2015 um 10:22

    Hallo Karl!

    Danke für die schönen Denkanstöße. Ich liebe solche Artikel. 🙂 Das Nichtstun kann wirklich wahre Wunder bewirken. Man macht es leider einfach viel zu selten. Und wenn man es macht, oft mit viel zu viel schlechtem Gewissen – unbegründet!

    Wünsche noch einen schönen Ostermontag 🙂

    Hugs und liebe Grüße aus Niederösterreich,
    Linda

    • Veröffentlich von Lebenskünstler am 6. April 2015 um 15:02

      Hallo Linda,
      Ich freue mich, dass Dir der Artikel gefällt. Ja das Nichtstun muss man einfach öfter machen. Auch Dir noch schöne Ostern. Lg Karl

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