E-Mails nur 2 mal am Tag: Warum Timeboxing für mich bis heute funktioniert

e-mails nur 2 mal am Tag lesen

Vor über zehn Jahren habe ich begonnen, mich intensiv mit Zeitmanagement, Produktivität und Stressmanagement zu beschäftigen.

Damals wie heute war ein Thema besonders präsent: E-Mails.

Schon damals hatte ich das Gefühl, dass E-Mails einen Großteil des Arbeitstages bestimmen. Heute ist die Situation eher noch extremer geworden. Neben E-Mails kommen Teams-Nachrichten, Chat-Tools, Smartphones und KI-gestützte Kommunikation hinzu. Die Anzahl der Unterbrechungen steigt kontinuierlich.

Eine Methode, die ich seit vielen Jahren konsequent nutze, ist Timeboxing.

Anstatt permanent auf neue Nachrichten zu reagieren, bearbeite ich E-Mails bewusst in festgelegten Zeitfenstern. Nicht jede Nachricht muss sofort beantwortet werden. Nicht jede Anfrage ist dringend. Und nicht jede Unterbrechung verdient meine Aufmerksamkeit.

Diese Erkenntnis hat meinen Arbeitsalltag nachhaltig verändert.

Denn das eigentliche Problem ist oft nicht die Anzahl der E-Mails, sondern die ständigen Kontextwechsel. Wir beginnen eine wichtige Aufgabe, eine Nachricht ploppt auf, wir lesen kurz hinein und verlieren den Fokus. Wenige Minuten später passiert das Gleiche erneut.

Gerade Führungskräfte kennen dieses Phänomen.

Zwischen Meetings, Mitarbeitergesprächen, Abstimmungen und operativen Themen bleibt oft kaum Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben. Strategie, Reflexion und Entscheidungen werden aufgeschoben, weil der Posteingang ständig Aufmerksamkeit verlangt.

Dabei entsteht gute Führung selten zwischen zwei E-Mails.

Sie braucht Fokus, Klarheit und Zeit zum Nachdenken.

Deshalb empfehle ich Führungskräften und Teilnehmer in meinen Trainings regelmäßig, feste Zeitfenster für E-Mails einzuplanen. Die genaue Anzahl spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, die Kontrolle über den eigenen Kalender und die eigene Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.

Die Erfahrung aus vielen Trainings zeigt, dass diese einfache Methode für viele Mitarbeiter und Führungskräfte eine spürbare Entlastung bringt.

Wer nicht ständig erreichbar sein muss, arbeitet konzentrierter.

Wer konzentrierter arbeitet, macht weniger Fehler.

Wer weniger Unterbrechungen erlebt, empfindet häufig auch weniger Stress.

Natürlich wird es immer Situationen geben, in denen schnelle Reaktionen notwendig sind. Doch die meisten Themen können durchaus ein oder zwei Stunden warten.

Besonders in Zeiten von KI wird diese Fähigkeit wichtiger denn je. Während Technologie die Kommunikation beschleunigt, steigt gleichzeitig die Gefahr, ständig auf neue Impulse zu reagieren.

Deshalb zählt bewusstes E-Mail-Management für mich bis heute zu den wirksamsten Werkzeugen für mehr Fokus, weniger Stress und gesunde Zusammenarbeit.

Manche Methoden verlieren mit der Zeit an Wirkung.

Timeboxing gehört für mich nicht dazu.

 

 
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Über Karl

Hi, ich bin Karl Allmer. Als diplomierter Resilienztrainer, zertifizierter Fachtrainer und ehemaliger Projektleiter unterstütze ich Unternehmen dabei, Führungskräfte und Teams auch unter Druck stabil, gesund und handlungsfähig zu halten. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf gesunder Führung, Resilienz und Stressmanagement im Arbeitsalltag. Seit 2014 begleite ich Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter:innen mit praxisnahen Trainings, Workshops und Impulsvorträgen zu den Themen mentale Gesundheit, Stressbewältigung und Zusammenarbeit unter Belastung. Ich kenne die Herausforderungen moderner Arbeitswelten nicht nur aus Trainings, sondern auch aus eigener Erfahrung. Als Projektleiter in einem internationalen Konzern habe ich selbst erlebt, wie schnell Menschen in einen Zustand geraten können, in dem sie nur noch funktionieren. Genau deshalb geht es in meiner Arbeit nicht um kurzfristige Motivation oder schnelle Lösungen. Mir geht es darum, Menschen nachhaltig zu stärken, Führung zu stabilisieren und Zusammenarbeit auch in herausfordernden Zeiten möglich zu machen. Meine Trainings verbinden wissenschaftlich fundierte Inhalte mit konkreten Methoden, die im Arbeitsalltag tatsächlich umsetzbar sind – praxisnah, menschlich und nah an den realen Herausforderungen von Unternehmen. Seit 2014 unterstütze ich Menschen mit Methoden der Stressbewältigung und Techniken aus dem Resilienztraining dabei, Ihre persönliche Widerstandsfähigkeit zu stärken.

4 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Weniger Technik - mehr Zeit • Karl Allmer | Resilienztrainer - Resilienztraining am 3. August 2021 um 10:45

    […] Am meisten Zeit spart man sich, wenn man es schafft, ganz ohne Tool offline zu gehen und das  E-Mail lesen auf zweimal am Tag zu reduzieren. Auf eine zweite und dritte Möglichkeit, die ich im täglichen Gebrauch mal besser mal schlechter […]

  2. Veröffentlicht von Weniger Gift für den Geist – mehr Leben! • Lebenskünstler am 28. November 2018 um 18:13

    […] an Informationen. Wenn ich im Internet bin, verhalte ich mich wie ein Kind, ich kenne kein Genug. E-Mails, Social Media oder einfach quer durch den Internetdschungel surfen – zwecks Recherche – […]

  3. Veröffentlicht von Weniger Technik - mehr Zeit • Lebenskünstler am 7. Januar 2016 um 21:17

    […] Am meisten Zeit spart man sich, wenn man es schafft, ganz ohne Tool offline zu gehen und das  E-Mail lesen auf zweimal am Tag zu reduzieren. Auf eine zweite und dritte Möglichkeit, die ich im täglichen Gebrauch mal besser mal schlechter […]

  4. Veröffentlicht von Weniger Gift für den Geist – mehr Leben! • Lebenskünstler am 7. Januar 2016 um 19:27

    […] an Informationen. Wenn ich im Internet bin, verhalte ich mich wie ein Kind, ich kenne kein Genug. E-Mails, Social Media oder einfach quer durch den Internetdschungel surfen – zwecks Recherche – ja […]

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