Das Nichtstun genießen – fragt sich nur wie?

Nichtstun

Was ist das Nichtstun, wo fängt es an, wo hört es auf? Ist einfaches Sitzen und Atmen Nichtstun oder beginnt dann schon die Meditation? Manche Fragen sind beim Thema Nichtstun – Fluch oder Segen – nicht immer leicht zu beantworten. Trotzdem nehme ich die Herausforderung von Herrn Einzel  und seiner Blogparade : Nichtstun – Fluch oder Segen an und plaudere etwas aus dem Nähkästchen.

Das größte Problem unserer Gesellschaft ist doch, dass Nichtstun als faul sein angesehen wird. Wenn man unter der Woche an einem öffentlichen Platz gemütlich auf einer Parkbank liegt und nichts tut, wird man schnell in eine Schublade gesteckt. Stigmatisiert als Faulpelz, Drückeberger oder Drogendealer. Kommt dann auf das Outfit an, welches einen kleidet. Doch viel schwieriger, als der Neid unserer Stressgesellschaft, sind die Feinde im eigenen Hirn. Die Heinzelmännchen im Kopf, die unermüdlich arbeiten, ohne Rast und ohne Ruh. Meistens auch ohne Sinn und mit wenig Verstand. Sorgen werden gewälzt, das Minus am Konto wird anscheinend größer, zu welcher Party werde ich am Wochenende gehen und wieso sind meine Fingernägel schon wieder so lang? Hm… eigentlich alles Fragen, worüber es sich nicht nachzudenken lohnt. Aber einfach nichts tun, das schaffen die Heinzelmännchen nicht. Schon im letzten Beitrag „Geduldig die Langeweile ertragen, oder?“ erzähle ich, wie schwierig es ist „La dolce fa niente“  auch mal zu genießen. Meistens endet es in einem hektischen nach Aktivitäten suchen.

Wichtige Aufgaben, die unbedingt erledigt werden müssen. Der Facebook-Status muss geckeckt werden, ein Tweet muss gezwitschert werden und „Goodbye Deutschland – die Auswanderer“, darf auch nicht versäumt werden. Obwohl –  wenn man sein Hirn mit bedeutungsloser Information betäubt, ist das nicht auch nichts tun? Wahrscheinlich nicht, sonst hätte ich nach einer ordentlichen Portion Trash TV nicht immer so ein schlechtes Gewissen. Mein eigentliches Ziel, mit mehr Gelassenheit durchs Leben zu gehen, rückt oft in weite Ferne.  Aber als Lebenskünstler übe ich, mit jedem Rückschritt und jeder Niederlage gelassener zu werden. Ich bleibe weiter geduldig, bis ich das Nichtstun genießen kann, denn meiner Meinung ist es in der heutigen Zeit ganz klar ein Segen.

Wie geht es Euch mit dem Nichtstun, macht doch einfach bei der Blogparade mit oder schreibt mir Eure Meinung!

Liebe Grüße

Karl

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Über Karl

Hi, ich bin Karl Allmer. Als diplomierter Resilienztrainer, zertifizierter Fachtrainer und ehemaliger Projektleiter unterstütze ich Unternehmen dabei, Führungskräfte und Teams auch unter Druck stabil, gesund und handlungsfähig zu halten. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf gesunder Führung, Resilienz und Stressmanagement im Arbeitsalltag. Seit 2014 begleite ich Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter:innen mit praxisnahen Trainings, Workshops und Impulsvorträgen zu den Themen mentale Gesundheit, Stressbewältigung und Zusammenarbeit unter Belastung. Ich kenne die Herausforderungen moderner Arbeitswelten nicht nur aus Trainings, sondern auch aus eigener Erfahrung. Als Projektleiter in einem internationalen Konzern habe ich selbst erlebt, wie schnell Menschen in einen Zustand geraten können, in dem sie nur noch funktionieren. Genau deshalb geht es in meiner Arbeit nicht um kurzfristige Motivation oder schnelle Lösungen. Mir geht es darum, Menschen nachhaltig zu stärken, Führung zu stabilisieren und Zusammenarbeit auch in herausfordernden Zeiten möglich zu machen. Meine Trainings verbinden wissenschaftlich fundierte Inhalte mit konkreten Methoden, die im Arbeitsalltag tatsächlich umsetzbar sind – praxisnah, menschlich und nah an den realen Herausforderungen von Unternehmen. Seit 2014 unterstütze ich Menschen mit Methoden der Stressbewältigung und Techniken aus dem Resilienztraining dabei, Ihre persönliche Widerstandsfähigkeit zu stärken.

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von Claudia am 22. Oktober 2014 um 17:18

    Lieber Lebenskünstler,

    das schlechte Gewissen nach Trash TV kenne ich auch, oder kannte ich, gerade bin ich fernsehabstinent ;-). Trotzdem ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich mich frage: Was hast du heute eigentlich gemacht? Ich plane aber trotzdem gerne Phasen ein, in denen ich bewusst nichts tue, oder vielmehr nur das, was mir gerade in den Sinn kommt. Das braucht es auch, wir sind ja keine Maschinen. Wobei mir ja das altmodische Wort „Müßiggang“ besser gefällt 😉

    Liebe Grüße
    Claudia

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